DEUTSCHLANDFUNK "Querköpfe" - Porträt über Christine Prayon & Freunde vom 23. März 2011; von Sascha Verlan und Almut Schnerring
Neueste PRESSESTIMMEN (unter der Fotogalerie folgen weitere)
Großartiger Auftritt der "Diplom-Animatöse"
Bonn.[...] Der große Lichtblick des Abends stand somit, abgesehen von Gerburg Jahnke, mit der Bonner Multi-Künstlerin Christine Prayon auf der Bühne, die sich ganz dem avantgardistischen Stil verschrieben hat, der ihr ausgesprochen gut zu liegen scheint. Faszinierend war ihre Jonglage mit den Rollen: mal maskulin, mal elfenzart entführte sie ihre Zuschauer im ausverkauften Pantheon unter dem Motto "Die Diplom-Animatöse" in eine andere Welt, glänzte mit clownesker Mimik wie Gestik, sorgte für Staunen durch futuristische Ideen und bestach durch ihren Mut zum Experiment. Applaus!
Bonner Rundschau, 15. April 2011, Antje Stillger
Der einzige Lichtblick
Bonn.[...] Dass der Abend ("5 Frauen auf einen Streich", Pantheon) einen nicht vollkommen verzweifeln lässt, ist Christine Prayon zu verdanken: Sie ist der einzige Lichtblick. Anfangs eine hintersinnige Demaskierung im Wortsinn. Eine expressionistische Lesung von Mario-Barth-Bühnentexten in Badeanzug, mit Schwimmbrille und Badekappe, todernst und würdevoll vorgetragen. Und eine beißend gute Parodie auf das gehauchte und gewisperte Chanson-Nichts einer Carla Bruni. Erlesene Skurrilität. Davon gerne mehr.
Generalanzeiger Bonn, 15.April 2011, Hagen Haas
Im Kabarett des Wahnsinns
Horb. Es war nun wirklich kein Mainstreamkabarett[...] Diejeingen, die da waren und blieben, erlebten zwar eine eher gewöhnungsbedürftige Show, aber auch eine erstklassige Schauspielerin auf Hochtouren.[...] Der Wahnsinn regierte am Freitag im Kloster. Auch bei der eigentlichen Protagonistin des Abends, der "Diplom-Animatöse".[...] So ließ sie quasi sich selbst auf der Bühne sterben. Doch nicht ohne ihr Erbe medial zu verwalten. Dabei war nicht nur ihre Parodie auf die Umweltministerin Tanja Gönner sensationell, sie rezitierte auch noch im hoch wichtigen Tonfall Mario Barths Gelaber so als wäre es echte "Neue deutsche Lyrik".
Südwest-Presse, 28. März 2011, Volker Schmid
Brilliant & herrlich abgründig
Selten hat man es als Kritiker so leicht: Von der Überschrift bis zum Fazit, vom Anführungszeichen bis zum Komma – Christine Prayon hat vorgearbeitet und diktiert einem in Grundschulmanier den Text in den Block. „Bin ich zu schnell? Dann nochmal, zum Mitschreiben.“
Es ist nicht das erste Mal am Mittwochabend im Scharfrichterhaus Passau, dass man hinters Licht geführt wird. Dass jede Erwartungshaltung des wohlmeinenden Publikums gnadenlos an die Wand gefahren wird und die wendige „Profi-Animatöse mit Komik-Diplom“ blitzgescheit die nächste Metaebene erklimmt. Wehe dabei all jenen, die meinen, Christine Prayon durchschaut zu haben, die sich gerade gemütlich in eines der Scharfrichter-Sofas sinken lassen, genüsslich am Wein nippend und verständig lächelnd.
Denn nichts ist, wie es scheint bei der Bonner Kabarettistin, die sich selbst ebenso wie dem Publikum entlarvend den Spiegel vorhält. Es sind Prayons Sprachkunst und ihre famose Imitations-Gabe, die die Leichtigkeit des Programms ausmachen – dann, wenn sie „ohne Ellenbogen über Leichen geht“ oder frei nach Hölderlin rezitiert „Wenn da eine Träne kullert, so ist’s doch nur ein Aug, das pullert“.
Es sind die unzähligen brillanten und herrlich abgründigen Ideen, die ihre Einzigartigkeit unterstreichen – dann, wenn sie die Stimmen in ihrem Kopf aufgrund der Schizophrenie-Therapie über die unverhoffte Arbeitslosigkeit diskutieren lässt oder sie Mario- Barth’schen Dumpfsinn im Schwimmanzug todernst als moderne Lyrik präsentiert. Schließlich aber sind es die ungehemmte Präsenz von Prayon, ihre wundervolle Schauspielkunst, ihre exzessive Mimik und ihr Mut zum Durchbrechen aller Klischees, die „Die Diplom-Animatöse“ zum einzigen Genuss werden lassen. Das sollte man sich nicht entgehen lassen. Oder wie „La Prayon“ sagen würde: „Bilden Sie sich Ihr Vorurteil bitte selbst.“
Passauer Neue Presse, 11. März 2011, Dorothea Walchhäusl
Foto: Alexander Hetterle www.norbertmatschke.de
Foto: Matthes Schrof www.unsere-ansichtssache.com
Foto: Alexander Hetterle www.norbertmatschke.de
Foto: Matthes Schrof www.unsere-ansichtssache.com
Foto: Alexander Hetterle www.norbertmatschke.de
Foto: Matthes Schrof www.unsere-ansichtssache.com
Foto: Alexander Hetterle www.norbertmatschke.de
Foto: Matthes Schrof www.unsere-ansichtssache.com
Foto: Alexander Hetterle www.norbertmatschke.de
Foto: Matthes Schrof www.unsere-ansichtssache.com
Foto: Alexander Hetterle www.norbertmatschke.de
Fortsetzung Pressestimmen
In keine Schublade
Comedy à la Christine Prayon zeigt ihren Biss oft erst im Nachhall. [...]
In eine Schublade pressen lässt sich das alles nicht, es ist einfach so absurd wie die zweite Zugabe, der Dialog eines Ehepaars beim Frühstück, der zwischen Zuckerschnecke und Burzibär in abgrundtiefe Bosheit abrutscht. Oder wie das Leben.
Esslinger Zeitung, 10. März 2011
'Passauer Schafrichterbeil' 2010
Christine Prayon, eine große Clownin und Lyrikerin, die eine gelungene „Entmythologisierung der Diva“ präsentierte. Selbstbewusst und ohne Angst vor Peinlichkeit spannte sie einen Bogen von Mario Barths literarischen Ergüssen bis hin zu Carla Brunis erotisch-säuselndem Gesang.
wochenblatt.de, 02.12.2010, frg/pm
Mit ihren Parodien auf den Erotik heischenden Säusel-Gesang einer Carla Bruni und mit dem skurrilen Vortrag eines Mario-Barth-Textes im Stile einer Lyriklesung zeigte Prayon den innovativsten Beitrag der sechs Finalisten.
Passauer Neue Presse, 02.12.2010, rmr
Die gebürtige Bonner Schauspielerin, die Media-Markt-Schreier Mario Barth und Hölderin zitiert, die uns mit einer schrägen Verwandlungsnummer vom Glamour-Girl zur alternden Diva "den Menschen hinter dem Menschen" zeigen will. Sie serviert eine packende Cabaret-Show für Herz und Auge.
mediendenk.de, 02.12.2010, hud
Geistreiches Kabarett
Ravensburg. Die Verwandlungs- und Imitationsfähigkeit der Christine Prayon ist beeindruckend.
Sie weckt Erwartungen und unterläuft sie, wenn sie zum Beispiel das nur allzu bekannte Freizeitgruppenlied von der Kokosnuss ankündigt. Und sich in Luft auflöst. Ist auch sie geklaut worden? Schließlich taucht sie wieder auf, nach dem Ende des Lieds: „Oh Gott, Entschuldigung, das ist mir fürchterlich peinlich. Der Techniker ist Schuld. Er muss Alkoholiker sein oder ein Praktikant.“
Christine Prayon zieht menschliche Schwächen unbarmherzig durch den Kakao, und macht das so blitzgescheit, dass man sich mit viel Vergnügen den Spiegel vorhalten lässt. Es gibt Kabarett, bei dem man unter Niveau lacht, das Kabarett der Christine Prayon ist geistreich, die zwei Stunden vergehen wie im Flug, man ist wie hypnotisiert von ihrem Witz und ihrem gestischen und mimischen Ausdrucksreichtum.
Schwäbische Zeitung, 31.12.2010, Katrin Seglitz
Christine Prayon gewinnt 6. PoKCal - Solo der Ex-"Top Sigrid" erfolgreich
Dortmund. In einem knappen Kopf-an-Kopf-Rennen führte die Kabarettistin Christine Prayon das Finalisten-Feld beim 6. Dortmunder Kabarett und Comedy PoKCal an. Mit ihrer dramaturgisch stimmigen Performance und voller Bühnen-Präsenz galoppierte sie am vergangenen Samstag, 8. Mai im ausverkauften Wichern-Haus davon.
Auf ihrem rasanten Ritt riss die Ex-„Top Sigrid“ Publikum und Jury emotional durch alle Höhen und Tiefen mit – von ungläubiger Verwunderung über krasses Unverständnis bis zu heller Begeisterung. Jeder spürte: Hier beginnt mit authentischer Ausdrucksstärke ein Original seine innovative Kraft zu entfalten. Leichte Kost war an dieser Stelle nicht zu erwarten. […]
Die strahlende Gewinnerin aus Stuttgart Christine Prayon, der HEINZ-Herausgeber Gerhard Roßmann den Preis überreichte, ist bald wieder in der Kulturhauptstadt RUHR.2010 zu sehen. Neben dem Preis sind ihr ein Engagement im GOP Varieté Theater Essen und ein Auftritt beim Festival RuhrHochDeutsch in Dortmund sicher.
Auf die Besucher wartet eine Mischung aus Kabarett und Comedy
Crailsheim. Christine Prayon stellte sich vor. Immer wieder. Als Dummchen, als coole Sonnenbrillenträgerin, als "Schizo-Tussi" und all den ihr zugehörigen multiplen Persönlichkeiten. "Der eigentliche Abend des Abends bin ich!" sagte sie gleich zu Anfang, um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen. Dass sie "saukomisch" ist, hat sie "schwarz auf weiß", aber sie will dem Zuschauer nach eigenem Bekunden auch den "Menschen hinter dem Menschen" zeigen.
Und so entführt die Künstlerin ihr Publikum mit rasanten Rollenwechseln in die wunderbare Welt der gespaltenen Persönlichkeit. Jede einzelne Person, die vor dem Publikum steht, versichert glaubwürdig und mit Inbrunst, die wahre Christine Prayon zu sein - und jeder einzelnen nimmt man das zu gerne ab. Und doch: All die Personen verselbständigen sich, und als die wahre Christine Prayon vor den Augen des Publikums das Zeitliche segnet, bleiben nur ihre vielen Persönlichkeiten übrig, die weiterhin versuchen, dem Publikum die eine wahre, echte Person nahezubringen. In der Diskussion mit sich selbst behandelt die Künstlerin sämtliche Fragen, die den Menschen von heute quälen: Wo bleibt der Erfolg? Was kann ich, und was kann ich damit anfangen? Nach welchen Regeln funktioniert das Leben? Und immer wieder die Frage: Wer bin ich? Oder: Wer will ich sein?
Mit schlechten Witzen, albernen Liedern und verdrehten Wortspielen bringt sie dem Publikum immer wieder den Aberwitz des Alltags nahe und beweist ihr Talent zur gezielten Manipulation des Zuschauers. Peinlichkeit ist dabei ein immer wiederkehrendes Element des Programms. Immer wieder werden einzelne Zuschauer in peinliche Situationen gebracht und ihrer eigenen Sprachlosigkeit ob der unmöglichen Situation überlassen.
Und doch ist jede dieser Situationen so gewählt, dass sie auch ohne den Zuschauer funktioniert, dass man sie aus der Distanz betrachten kann. Christine Prayon betont ausdrücklich: "Es ist doch nur Theater. Es ist ja nicht das wahre Leben." Diese Möglichkeit der Distanz, die sie dem Publikum anbietet, der ständige Wechsel der Perspektiven und das Angebot verschiedener Sichtweisen durch die Augen ihrer vielen Persönlichkeiten machen den Abend zum Erlebnis.
So gibt sie auch auf den Animationsgehalt der Vorstellung eine Geld-zurück-Garantie, allerdings mit der Einschränkung: "Sie müssen nur Ihre Sichtweise verändern, und schon gefällt Ihnen der Abend!" Eben alles eine Frage der Perspektive. Wer Christine Prayon nun wirklich ist, blieb bis zum Ende unklar, man weiß lediglich, was sie nicht sein will, denn das hat sie der Presse direkt diktiert: "erfrischendes nettes Frauenkabarett".
Hohenloher Tagblatt, 24.03.2010
Sie liebt es, peinliche Situationen zu provozieren: Christine Prayon zeigte ihr Solo "Die Diplom-Animatöse" im Sudhaus Tübingen. Motto: Es kommt nicht darauf an, was man nicht kann, sondern was man daraus macht.
Trash-Kultur nennt sich die rasante Bewegung in den USA, die bis zum Erbrechen auch das Comedy-Klima hierzulande bestimmt. Mario Barth artikuliert den Drang zum Schwachsinn, indem er seine öffentlichen Proll-Partys mit Chauvi-Sprüchen und Assi-Witzen garniert. Die Bonner Kabarettistin Christine Prayon spielt und imitiert Charaktere und notorische Pointenvermassler, die vor Stumpfsinn und Humorlosigkeit nur so strotzen. Ihr Kabarett ist peinlich, provozierend und gleichzeitig postmodern: Es ist eines, das die geläufige Formensprache kennt und weiterentwickelt hat.
Christine Prayon nennt sich die "einzige promovierte Diplom-Animatöse" und verwandelt Bekanntes und Vertrautes in Absurdes. Sei es, dass sie in lyrischem Tonfall aus Mario Barths Texten zitiert oder ein "verkapptes" Liebeslied das nächste jagen lässt, sei es, dass sie über den Verlust des deutschen Humors sinniert, indem sie zum Quieken komisch einen italienischen Barkeeper parodiert. Mit Witz und völlig überzeichnet mimt sie eine Schwimmerin, die sich mit zeitgenössischer Lyrik auf ihren Wettkampf vorbereitet oder nimmt die gängige Party-Sprachlosigkeit mancher Mittdreißiger aufs Korn. Das ist sinnfreier Klamauk, den sie durch dilettantische Klarinetten- und Gesangseinlagen noch auf die Spitze treibt. Eine Perücke, ein potthässliches Divenkostüm und ein verrutschter Gesichtsausdruck - mehr braucht die Diplom-Animatöse und ehemalige "Top Sigrid" nicht, um das Beste/Schlechteste aus ihrem jeweiligen Typ zu machen.
Südwest-Presse, 02.01.2010
La Prayon besitzt das Animatösen-Diplom und hat den Doktor im Fach Comedy gemacht.
In ihrem ersten Solo-Programm "Die Diplom-Animatöse", das sie im gut gefüllten Kaffeehaus Hagen zeigte, ist Christine Prayon auf der Suche nach sich selbst und widerlegt Kants angebliche Theorie, die Deutschen seien humorlos. Gleich zu Beginn findet Prayon die Nähe zum Publikum. Nach nur fünf Minuten gesteht sie den Anwesenden ihre Liebe und offenbart in ihrem Programm ihre zwiespältige Persönlichkeit in rasant wechselnden Rollenspielen. Sie ist die Vor- und zugleich Nachgruppe in einer Person, die Schüchterne, die zu Sandmännchens "Spannenlanger Hansel" singt und sich lasziv räkelt. Zwischendurch findet sie sich in ihrer eigenen Rolle wieder. Es wird immer absurder, zum Schluss ist sie sogar Nutella und imitiert Muschi, ihre Katze.